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Mix: Rudi Stöher & Das Kraftfuttermischwerk – Tin Gonic

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Live recorded: 20.09.2013
Style: Tanzschuppen

Es ist ewig her, dass ich mal in Halle an der Saale war. Ich fuhr hin und wieder daran vorbei oder manchmal auch durch, aber zum Anhalten oder Aussteigen bewegte mich nicht wirklich was.

Wir machten da einst eine regelmäßige Radiosendung auf Radio Corax. Dub und Donwbeats und so. Wir soffen uns ebenso regelmäßig erst mal den Mut dafür an, kifften rauchten davor und währenddessen viel zu viel und pennten dann danach zu dritt oder zu viert immer erstmal ein paar Stunden im Auto vor dem Sender um wieder fahren zu können. Das zumindest redete sich der jeweilige Fahrer damals immer ein. Die Nichtfahrer halfen ihm dabei. Es ging immer irgendwie gut. Ich habe hier noch einige Mitschnitte der damaligen Sendungen namens „Im Namen der Ähre“ und wenn ich mal ganz alt bin, veröffentliche ich die vielleicht sogar mal. Bis dahin liegen die im Kästchen der „Jugendsünden“, an die man nicht erinnert werden will. Ihr kennt das. Soviel bis gestern zu Halle an der Saale.

Dann aber lud mich Gerry nach Halle ein, dort in einem Laden zu spielen, von dem ich bis dato noch nie nicht auch nur irgendwas gehört hatte, der „Chaise Longue„. Diese gibt es mittlerweile seit gut 14 Jahren und sie läuft. Irgendwie erinnerte sie mich an das alte, antifaschistische Spartakus in Potsdam. Auf total charmante und genau deshalb total liebenswerte Weise versifft, in kreative Ideen und Lebensentwürfe getaucht und wieder rausgezogen, in die Welt geboren, das Segel der Feierei immer Richtung Exzess gehisst. Superschön. Wirklich.

Also packte ich den Rudi ein und wir fuhren dahin. Nicht so ganz so genau wissend, was uns dort erwarten würde. Wir wussten eben nur, dass wir drinnen spielen würden und das der Sommer vorbei ist, was stillschweigend heißt, dass die Deepness schon mal dem gepflegten Arschtritt weichen müsste. Oder aber irgendwie beides miteinander ficken geht, das Segel der Feierei Richtung Exzess gehisst. Ihr versteht.

Also machten wir das, wurden in warme Arme aufgenommen, aßen, tranken, rauchten, redeten, hörten zu und ganz viel später spielten wir einfach die Musik, die wir lieben, tranken noch viel mehr, überzogen gnadenlos, tanzten, lachten und liebten auch ein wenig. Das alles dort. Lieblings.

Es war eine dieser ganz besonderen Nächte. Eine dieser Nächte, von denen es zum Glück viel zu wenige gibt, weil man sich sonst viel zu schnell daran gewöhnen wollen würde.

Vom Dance kamen verschiedenste Feedbacks. Vom „Alter! Die brettern ja so dolle heute.“ über „Das ist das geilste Set, was ich hier seit langem gehört habe.“ bis hin zu Händeherzen „❤“ war alles dabei. Man kann eben nicht alles haben, auch wenn man alles zu geben bereit ist. Oder irgendwie so.

Wie auch immer: hier die fast 4,5 Stunden aus der „Chaise Longue“ in Halle an der Saale von gestern Nacht/heute Morgen. Einem Laden, den ihr alle mal unbedingt besuchen solltet, wenn ihr in der Nähe sein solltet und sich irgendwie die Gelegenheit dazu ergeben sollte. Das beste seit langem. Wirklich. Danke dafür an Gerry und die gesamte Crew, die so sehr an eine Familie erinnert, wie sie Berlin schon lange nicht mehr gesehen hat. Mit kümmern und alles. So.

Tracklist habe ich, schreibe ich allerdings diesmal ganz bewusst nicht drunter. Aber wir haben absolut nichts ausgelassen. Von Robot Needs Oil über derbe Techno, 90s Erinnerungen ala Jungle-Drumsnares, „Born Slippy“, House, House und noch mehr House, „I get deep“, „Swing Bop“ bis hin zu einem Pet Shop Boys Rework, bei dem jede Menge mitgesungen haben (Hihi!) ist eigentlich alles dabei. Und Arschtritt. Voll.

Danke, Chaise Longue. Riesennacht! Und Danke, Rudi, Du bist ne kuhle Sau. (Muss man ja auch mal sagen, wenn man es kann.) Aber weeste ja och selber.

Und das allerbeste war dann noch das Frühstück mit der Frau des Hauses in einem Kaffee, dass nicht weniger als 100 Teesorten im Angebot hat. Wir blieben ziemlich lange. Tranken Tee, redeten, lachten viel und liebten, aber das ist eine andere Geschichte…

Und jetzt: Arschtritt. RambaZamba für alle. Tanzt!


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